KIRCHE ST. JOHANNES

Rambin war ursprünglich ein altes Bauern- und Handwerkerdorf, das urkundlich erstmals im Jahre 1246 erwähnt wurde. Der Name ist vom slawischen Wort „rabin“ abgeleitet, das für „Hacken“ oder „Hauen“ bei Rodearbeiten steht und somit auf eine frühere Besiedlung hindeutet.

KIRCHE ST. JOHANNES ZU RAMBIN

Bereits im Jahre 1300 wurde mit dem Bau der Kirche auf einem Feldsteinfundament begonnen. Mit einer dendrologischen Untersuchung konnte der Dachstuhl des Chores auf 1322 und der des Kirchenschiffes auf das Jahr 1365 datiert werden. Damit gehört die heute von der Kirchgemeinde genutzte Backsteinkirche St. Johannes zu Rambin zu den ältesten Kirchen Rügens.

St. Johannes zu Rambin
St. Johannes zu Rambin

Ein Teil der heute noch vorhandenen Ausstattung stammt aus der Zeit zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert. Zu den ältesten Ausstattungsstücken der Kirche gehört der aus Kalkstein gefertigte Taufstein aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Triumphkreuz aus Eichenholz im Altarraum entstand um 1500 und wurde im Jahr 2006 restauriert und ergänzt. Ebenfalls aus dem Spätmittelalter stammt die Madonna „Maria mit dem Kinde“. Diese Schnitzfigur wurde im Jahr 2009 restauriert. Der Kirchenkasten aus Eichenholz ist um 1600 datiert.

Die gotische Backsteinkirche wurde um 1700 barock umgestaltet und mit einer Holzdecke sowie der Westempore, dem Altar (1738) und der Kanzel versehen. Die reich geschmückte Kanzel und der Altaraufsatz stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden in der Werkstatt des Stralsunders Martin Becker (Möller) gefertigt. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde die flache mittelalterliche Holzbalkendecke durch eine tief ansetzende und weit ausholende Tonnenwölbung aus Holz ersetzt, die zuerst auf dunkelblauem Untergrund mit orangefarbenen und gelben Wolken verziert war. Heute ziert wieder eine reduzierte barocke Fassung das Gewölbe.

In Rambin steht einer von etwa 20 auf der Insel Rügen erhaltenen – für evangelische Kirchen unüblichen – barocken Beichtstühle. Ursache ihrer Existenz ist der langjährige Einfluss der lutherischen schwedischen Kirche in der Zeit der Schwedenherrschaft in Vorpommern zwischen 1648 und 1815.

Die in Naturholz belassene Empore ist eine Besonderheit, die um 1630 geschaffen, wahrscheinlich aber erst später in die Kirche eingebaut wurde. Die blau gestrichene Empore im Nordbereich stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und diente als Sitz des Patronatsherrn.

Die Nord- und Südwand des Kirchenschiffes schmücken – auf Rügen einmalige – barocke Figurenmalereien. Sie zeigen Christus als Pantokrator und die vier Evangelisten und wurden zwischen 1985 und 1989 entdeckt, freigelegt und restauriert. Ursprünglich stellten die lebensgroßen Wandmalereien Christus und die zwölf Apostel dar. Nach dem Einbau der Emporen an der Nordwand wurden die dort befindlichen sechs Figuren übermalt und die verbliebenen Darstellungen an der Südwand zu den vier Evangelisten umgestaltet. Deshalb finden sich bei den Aposteln Jakobus und Philippus die den Evangelisten Markus und Lukas zugehörigen Symbole Löwe und Stier.

Die Kirchenbänke in Kastenform wurden im 19. Jahrhundert installiert und es lässt sich daran ablesen, welche Dörfer die Kirchengemeinde damals umfasste.

In den Jahren 1992 bis 1995 wurden in Eigeninitiative der Kirchgemeinde und dank Spendenmitteln umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dabei wurde unter anderem auch eine alte Gruft entdeckt, die nach ihrer Dokumentation wieder geschlossen wurde.


KIRCHENBESICHTIGUNG

Falls Sie einen Blick in unsere Kirche St. Johannes werfen möchten, haben Sie die Möglichkeit sich den Kirchenschlüssel bei Christine Lange in der Schneiderei (Dorfstraße 11 bzw. 11a) abzuholen.

Natürlich sind Sie auch herzlich zum Gottesdienst an jedem zweiten Sonntag um 09.15 Uhr in St. Johannes eingeladen. Einen kurzen Überblick unserer Gottesdienste und aktuelle Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.