PASTORIN

Seit 2015 ist Ellen Nemitz die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinden Altefähr und Rambin.

Pastorin Ellen Nemitz

Ellen Nemitz lebt in Stralsund und ist Mutter von vier Kindern. Dass sie einmal Pastorin werden würde, war lange nicht klar. Gelernt hatte sie zunächst Gartenbau und war so auf ganz handfeste Art bereits mit der Schöpfung beschäftigt. Durch ihr ehrenamtliches Engagement in Kirchengemeinden und Jugendarbeit bekam Ellen Nemitz das Gefühl für diese Tätigkeit mehr theologischen Hintergrund zu brauchen. So begann sie ihr Theologiestudium in Greifswald und absolvierte anschließend ihr Vikariat in St. Marien in Stralsund.

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In unseren Gottesdiensten trägt Pastorin Ellen Nemitz einen schwarze Talar oder eine weiße Mantelalbe und wir möchten Ihnen hier kurz erklären, was es damit auf sich hat.

Per Verordnung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. wurde am 01.11.1811 verfügt, dass in ganz Preußen die reformierten und die lutherischen Pfarrer, aber auch die Rabbiner und Richter den schwarzen Gelehrtentalar zu tragen hätten. Seit dieser Zeit hat sich der schwarze Talar als Kleidung der evangelischen Pfarrer durchgesetzt. Er betont ihre Rolle als Prediger und Lehrer und mit der Farbe schwarz die Ernsthaftigkeit und Würde ihres Dienstes. Zum schwarzen Talar gehört das weiße Beffchen als Rest eines Rundkragens, der den Mantel ursprünglich vor dem Staub der Perücken schützte.

Diese Verordnung des preußischen Königs ist der Grund, warum wir jeden Sonntag in vielen evangelischen Kirchen in Deutschland die evangelischen Pfarrer und Pfarrerinnen in schwarzem Talar den Gottesdienst feiern sehen. Doch das ist eine deutsche Erscheinung. Schon in den überwiegend evangelischen Ländern Schweden und Norwegen sieht es anders aus, in der anglikanischen Kirche erst recht und schon gar in Afrika.

Zunehmend wird auch in Deutschland und bei uns in der Pommerschen Evangelischen Kirche die Mantelalbe und die Stola als gottesdienstliches Kleidungsstück wiederentdeckt. Seit einigen Jahren dürfen sowohl die Prädikanten als auch die Pfarrer und Pfarrerinnen die Mantelalbe im Gottesdienst tragen – sofern dies durch den Kirchengemeinderat genehmigt wird.

Die Mantelalbe entwickelte sich aus dem aus dem antiken Straßenanzug, dem Kleidungsstück, das alle trugen und wurde seit dem 6. Jahrhundert im Gottesdienst getragen. Sie reicht bis zu den Knöcheln, ist weit geschnitten und weiß. Sie kann in unserer evangelischen Kirche von Prädikanten und Pfarrern und Pfarrerinnen getragen werden. Die Stola, die in der Farbe des Kirchenjahres über der Mantelalbe getragen wird, symbolisiert den Dienstcharakter des kirchlichen Amtes, das leichte Joch Christi (Mt 11,29 f). Sie wird nur von den Pfarrern und Pfarrerinnen getragen.

Mit ihrer weißen Farbe verweist die Mantelalbe auf Christus, das Licht der Welt (Joh 8,12). Ihn ziehen wir mit der Taufe an (Gal 3,27) und sollen ihn anziehen in einem der Taufe gemäßen Lebenswandel (Eph 5,8; 4,22-24). Aus diesem Grund tragen auch viele Kinder, die getauft werden, ein weißes Kleidchen. Weiß ist auch die Farbe der Auferstehung: So waren die Engel am Grab mit weißen Gewändern gekleidet (Mt 28,3) und Jesu Kleider wurden bereits in der Verklärungsgeschichte weiß wie Schnee (Mt 17,2). Daran wird erinnert, wenn im Gottesdienst das weiße Gewand getragen wird.

(Der Inhalt dieses Beitrags entstammt in vielem wörtlich einer Vorlesung von Prof. Michael Herbst, Universität Greifswald, Theologische Fakultät.)